Das kleine Lexikon

1. Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist eine flexible Kapitalanlageform und unterscheidet sich damit vom Girokonto, das für den täglichen Zahlungsverkehr genutzt wird. Lastschriften und Überweisungen auf fremde Konten sind hier nicht vorgesehen. Das Tagesgeld ist für den Kontoinhaber dennoch täglich verfügbar und wird relativ hoch verzinst. Vorteile eines solchen Kontos sind in der Regel die kostenlose Kontoeröffnung, -führung und -schließung. Kündigungsfristen gibt es üblicherweise keine und auch ein Mindestkapital wird äußerst selten verlangt.

2. Tagesgeld Zinsen

Zinsen auf das Guthaben des Tagesgeldkontos werden in der Regel auf ein Jahr bezogen, was durch ein „p.a.“ (vom Lateinischen „per annum“) hinter der Prozentzahl ausgedrückt wird. Das Zahlungsintervall der Zinsen für Tagesgeld unterscheidet sich allerdings von Kreditinstitut zu Kreditinstitut: Es gibt Banken, die die Zinsen nur einmal im Jahr ausschütten. Andere wiederum zahlen sie vierteljährlich oder monatlich aus. Vorteil der unterjährigen Zinszahlung ist die Ausnutzung des Zinseszinseffektes, wenn die ausgezahlten Zinsen auf dem Anlagekonto verbleiben und mitverzinst werden.
Die Höhe der Zinsen auf Tagesgeld steht in einem mehr oder weniger proportionalen Verhältnis zu den Leitzinsen. Steigen diese, so ziehen auch die Tagesgeldzinsen in absehbarer Zeit nach. Leider geschieht dies auch umgekehrt, weshalb die Marktzinsen stets im Auge behalten werden sollten.

Hier Tagesgeld vergleichen

3. Festgeldkonto

Das Festgeldkonto ähnelt einem Tagesgeldkonto: Es ist als Geldsparanlage ausgelegt und wird noch höher verzinst. Die höhere Verzinsung resultiert aus der Tatsache, dass für Festgeld bestimmte Laufzeiten von vornherein festgelegt werden, während derer der Anleger – im Gegensatz zum Tagesgeld – keine oder nur eingeschränkte und mit Verlusten verbundene Möglichkeiten hat, über sein Guthaben auf dem Festgeldkonto zu verfügen. Er muss vielmehr das Ende der vereinbarten Zeitspanne abwarten. Dabei können die Laufzeiten wenige Tage, einige Monate und mehrere Jahre betragen. Vorteil hierbei ist jedoch, dass die Zinshöhe für die komplette Laufzeit garantiert ist – unabhängig von den Leitzinsentwicklungen der betreffenden Periode. Eröffnung, Führung und Schließung von Festgeldkonten sind normalerweise kostenlos. Jedoch wird meistens eine Mindestanlagesumme vorausgesetzt.

4. Zinseszins

Zinseszins sind grob ausgedrückt die Zinsen auf vom angelegten Kapital bereits in der vorangegangenen Periode erwirtschaftete Zinsen. Dieser Zinsertrag wird dem Anfangskapital zugeschlagen und reinvestiert. Das hierdurch vergrößerte Kapital – und damit neue Berechnungsgrundlage – wird nun wiederum mitverzinst. Folglich wird die Zinsausschüttung nach der darauffolgenden Anlageperiode dadurch ausfallen, denn der Zinsertrag verläuft nicht proportional sondern exponentiell. Dieser Effekt, der sogenannte „Zinseszinseffekt“, kommt vor allem bei langen Anlageperioden und kurzen Zinszahlungsintervallen zum Tragen und wird oftmals unterschätzt.

 

5. Online Banken

„Onlinebank“ ist ein anderer Begriff für eine Direktbank. Im Gegensatz zu normalen Filialbanken sind Onlinebanken ausschließlich über das Internet und telefonisch erreichbar. Bereits die Kontoeröffnung erfolgt online über eine Eingabemaske. Des Weiteren werden jegliche Transaktionen online abgewickelt und auch die Schließung funktioniert papierlos per Mausklick. Zwar bieten immer mehr Banken ihren Kunden neben konventionellen Filialen auch das deutlich flexiblere und zeitsparende Onlinebanking an. Doch Onlinebanken kommen gänzlich ohne Filialen aus, wodurch Mietkosten entfallen und Personalkosten deutlich niedriger sind. Infolgedessen ist auch eine umfassende, persönliche Kundenberatung üblicherweise nicht gegeben. Tagesgeld ist ein sehr beliebtes und weit verbreitetes Produkt von Direktbanken.

 

6. Tagesgeld Vergleich

Im Internet findet sich eine umfangreiche Anzahl an Seiten, die Tagesgeldvergleiche anbieten. Die enthaltenen Informationen sind überwiegend aktuell und zuverlässig. Ein Tagesgeldvergleich läuft in der Regel folgendermaßen ab: Nach der Eingabe des gewünschten Startkapitals und voraussichtlicher Anlagedauer erscheint eine Liste mit den hierfür am besten geeigneten Anbietern, der unter den aktuellen Umständen erwarteten Rendite, sonstigen Konditionen und eventuellen Boni, und der Art und Höhe der Einlagensicherung. Auch ist ein zur entsprechenden Bank weiterführender Link vorhanden, um das Konto direkt zu eröffnen.

Beim Vergleich von Tagesgeld sollte die Verzinsung nicht das oberste Auswahlkriterium darstellen. Andere Faktoren sind ebenso wichtig. Außerdem können die ausgeschriebenen Zinsen praktisch täglich fallen.